Frauen vernaschen Ulm

Jennifer Lorenz mimt diese Putzfrau mit stoischer Ruhe.

Sie lässt zunächst nicht ahnen, zu was sie wirklich fähig ist.

Diese Familie braucht eine Putzfrau und findet sie in Jessica.Das „Stück Plastik“, das im Studio Theater unter der Regie von Benjamin Hille gezeigt wird, ist komisch, provokant und großartig gespielt.Letztendlich unterstellt sie der Putzfrau, dass sie auf die Scheine scharf ist und sie stehlen will. Der von Florian Wilhelm glaubwürdig gespielte, stark pubertierende Sohn Vincent filmt die Putzfrau beim Duschen mit der Kamera, was seinen Vater zu einem Tobsuchtsanfall herausfordert.In diesen Momenten sieht man die Figur der Putzfrau als überdimensionalen Schattenriss. Als auch noch Ulrikes künstlerischer Arbeitgeber Haulupa (furios: Stefan Wancura) in die Szene hereinplatzt, ist es um den Frieden im Haus geschehen, denn er bekommt rasch Wind von der Reinemachfee und macht sie an.Der gesellschaftliche Verfall erreicht hier ein groteskes und unfassbares Ausma& szlig;.

Es kommt zu einer „selbstkannibalistischen Ausbeutung“.

Manchmal kauern die Darsteller erstarrt auf dem gemalten Herd; manch mal tanzen sie zur elektronischen Musik in der Küche.

Zuletzt holen sie das Holzgestell nach vorne, machen es zur Tafel ihres Abendmahls. Und sie putzt auch ihre Arbeitgeber einfach weg – Haulupa ist der Letzte, der abtritt, sein Monolog ist ein Möbius-Band, wiederholt sich, bis er mit dem Gesicht in den Suppenteller schlägt.

Doch der Konzeptkünstler heizt die brenzlige Situation immer mehr an, greift Beuys‘ Idee der „sozialen Plastik“ auf.

Und der pubertierende Sohn erhält von der Reinemachfrau Jessica plötzlich ein Frauenkleid.

Der Provokationsmodus des Konzeptkünstlers eskaliert immer mehr, er entpuppt sich sogar als schamloser „Pornomann“, der alle Frauen ficken möchte.